Von BNN-Redakteurin von Hartmut Metz
„Fünf Sterne“ für „Blutbad im Gemeinderat“
Humorvolles Krimidinner im Ottenauer „Vinophil“ begeistert Gäste genauso wie die Darsteller

Die Hauptdarsteller Joachim Stehle (links) und Diana Casar (Zweite von rechts) landen beim „Blutbad im Gemeinderat“ zwei Glücksgriffe mit ihren aus dem Publikum ausgewählten Verstärkungen Agnes Ackel und Michael Selmayr. Foto: Hartmut Metz
Alles läuft in Unterallersau seit Jahrzehnten in der gleichen Monotonie, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Bis zu dem Moment, an dem der Bürgermeister ermordet aufgefunden wird. Ein Mord in dem beschaulichen Kaff, in dem sich ansonsten Fuchs und Hase gute Nacht sagen? Der Polizeihauptmeister steht in diesem Krimi vor einem Rätsel. Mit seiner Kofferschreibmaschine und seiner Vesperbox macht sich der überforderte Beamte, dem nur sein Polizei-Handbuch Halt und Orientierung gibt, auf die Suche nach dem Täter. Kommt dieser etwa aus den Reihen des Dorfes? Oder war es etwa ein „Neig’schmeckter“?
Die Gäste beim Kriminal-Dinner „Blutbad im Gemeinderat“ im Ottenauer „Vinophil“ helfen dem emsigen Dorfpolizisten, den Joachim Stehle humorvoll und einfallsreich spielt, bei den aufwendigen Ermittlungen. Weil ein leerer Magen schlecht denkt und kombiniert, gibt es zwischendurch auch Hirnnahrung von Chefkoch Julian Meiswinkel, der ein köstliches Drei-Gänge-Menü serviert. Gleich die „Gänseessenz aus Wurzelgemüse, Ravioli, Orange und Preiselbeeren“ verwöhnte den Gaumen der 45 Schaulustigen. „Die Suppe war sehr lecker“, zeigte sich die Hauenebersteinerin Kristina Vogt vom Auftakt besonders angetan. Angesichts des folgenden Zanderfilets mit Risotto und des abschließenden Birnenparfaits freute sich Patric Vogt noch mehr über das Geburtstagsgeschenk seiner Gattin. „Die zwei Schauspieler waren wie das Essen sehr gut.“ Da auch das „Stück unterhaltsam und lustig“ geriet, sind sich die Vogts einig: „Bei so einem Criminal Dinner waren wir nicht zum letzten Mal!“ Ob der Wein, den Meiswinkels Kompagnon Bruno Craveiro kredenzt, hilfreich bei den Ermittlungen ist, sei dahingestellt. Die Gäste im „Vinophil“ lassen sich dadurch nicht bremsen, auch wenn die leckeren Tröpfchen wie alle Getränke im Preis des Krimidinners nicht inbegriffen sind.
Das in Ottenau zunächst geplante Stück „Sherlock Holmes und die vergiftete Maultäschlesupp“, das kurzfristig wegen Krankheit eines Schauspielers dem noch populäreren „Blutbad im Gemeinderat“ weichen musste, gehört zu den am häufigsten gespielten Krimis. Sherlock Holmes und Dr. Watson schnüffeln nur außerhalb Schwabens an anderen vergifteten Spezialitäten wie „Grießnockerlsupp“. Diana Casar wirbelt dabei nicht nur 30 Mal pro Saison (von Oktober bis Mai) beim „Blutbad“ in Unterallersau als Journalistin Waldvogel oder abergläubische Hebamme durch die Stuhlreihen. Die umtriebige 40-Jährige, die auch als Dozentin mehrere Rollen an der Uni Ulm und in der Band Casarblanca einnimmt, trumpft auch in „Leiche im Louvre“ 30 Mal im Jahr auf. Während Casar mit diesem Stück in ihre vierte Saison geht, ist das „Blutbad im Gemeinderat“ für sie und Stehle eine Premiere. Das bemerken die 45 Gäste im „ausverkauften“ Restaurant aber nicht. Das Duo bindet das Publikum gewitzt in die Handlung ein: Stehle ernennt zehn Personen kurzerhand zum „Gemeinderat“ und kreist deren größten Tisch im Raum als Tatort mit rot-weißem Absperrband ein. Die Räte und Tatverdächtigen in Personalunion bekommen kleine Sprechrollen. Fast so brillant wie die Hauptdarsteller agieren die zwei aus dem Publikum gezogenen Nebendarsteller. Stehle befördert kurzerhand Michael Selmayr und Agnes Ackel mit einem aufgeklebten Namensschild zu seinen Gehilfen „Michael P.“ und „Agnes P.“, was für Polizist(in) steht. „Michael P.“ ist nicht nur schlagfertig, wenn er unter einem Ratssessel das Mordwerkzeug entdeckt, sondern sorgt wie der Polizeihauptmeister und der zwielichtige Gemeinderat Michael Immer, den Stehle auch mimt, für Lachsalven. Als das aufgenommene Protokoll von „Agnes P.“ bei der Mördersuche rezitiert wird, ergänzt Selmayr außerhalb des Protokolls schelmisch die zuvor erwähnte Erkenntnis jedes Urbadeners: „Und ein wichtiger Satz war: Alles Schlechte kommt aus Stuttgart!“ Der Fahrlehrer aus Gaggenau rückt in das Ensemble, weil er „schon mal von der Polizei kontrolliert wurde“ und somit ge-wisse „Erfahrung“ mit dieser gesammelt hatte, wie sein neuer Chef in dem Mordsstück die Ernennung begründet. „Agnes P.“ überzeugt als Protokollantin auf einem „hochmodernen Gerät“, einer Schreibmaschine. „Heute war es richtig gut!“, freute sich Stehle über die Atmosphäre in Ottenau, „es kommt immer darauf an, wie die Leute drauf sind.“ Die Stimmung und die humorvollen Darbietungen der Laiendarsteller gefielen nicht nur ihm und Casar. Das dicke Kompliment gab Agnes Ackel nach der mehr als dreistündigen Veranstaltung gerne zurück: „Das war sehr amüsant! Wir haben viel gelacht“, sagte sie mit ihrem Gatten Andreas zusammen. Die Gernsbacher vergaben für den „gesamten Abend inklusive Menü fünf Sterne“.
Wer hat nun den Bürgermeister auf dem Gewissen? Und wer vergiftete vorher seinen geliebten Dackel namens Barbara? Das sei hier nicht verraten, nicht mal die Partei des Meuchlers. Nur so viel: Auch wenn der letzte Mord an dem windigen Gemeinderat Michael Immer auf einer Blumenwiese geschah – der Mörder ist nicht immer der Gärtner.
Über uns
Mit viel Spaß und Liebe zur Gastronomie möchten wir, Bruno E. Craveiro und Julian Meiswinkel, das Restaurant betreiben. Dank jahrelanger Gastronomie-Erfahrung und einem großartigen Team bieten wir unseren Gästen bei jedem Besuch ein tolles Erlebnis. Genießen Sie einen schönen Abend bei uns!
Öffnungszeiten
Di – Do: 17:00 Uhr – 23:00 Uhr | Küche bis 22:00 Uhr (Vinothek ab 15:00 Uhr geöffnet)
Fr – Sa: 17:00 Uhr – 00:00 Uhr | Küche bis 22:00 Uhr (Vinothek ab 15:00 Uhr geöffnet)
So – Mo: Ruhetag
Kontakt
Reservierung unter +49 (0) 7225 – 988 48 80
Sollten Sie eine private Feier bei uns ausrichten wollen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich.

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